Warum Männer keine erfolgreichen Frauen wollen und warum uns das scheißegal sein sollte

Von der Qual eine erfolgreiche Frau zu sein oder warum Männer keine erfolgreichen Frauen wollen

Hand aufs Herz, als Frau erfolgreich zu sein hat einen hohen Preis und damit meine ich nicht die vielen Nachtschichten, die harte Arbeit, die endlosen Stunden der Verzweiflung nicht gut genug zu sein, die abertausende Male in denen man einfach aufgeben und alles hinschmeissen wollte und die vielen leidvollen Selbstzweifel, die Angst zu scheitern, oder die vielen Hindernisse auf dem Weg zum Ruhm.

Nein, ich meine die Zeit danach. Wenn der Plan aufgegangen ist, all jene die dich runter machten erstaunt feststellen dass du es doch geschafft hast und dir nun schamlos schmeichelnd in den Arsch kriechen und deine Nähe suchen. Ich meine die Phase wenn es läuft und du auf der unsichtbaren Siegertreppe stehst und dir lächelnd auf die Schulter klopfst, weil du es geschafft hast. „Yes babygilrl you’ve made it“. Allen und allem zum trotz hast du nicht nur gelernt wie eine Prinzessin dein Krönchen zu richten, sondern wie eine Königin dein Schwert zu zücken. Der Ruhm ist dein und du hast ihn verdient, so was von verdient, denn du ganz allein bist dafür verantwortlich.

Karriere: check

 

Widmen wir uns nun den anderen Dingen zu. Hallo Liebe, los gehts.

Du bist single, du bist schön, du bist witzig, gebildet, selbstständig und verdammt erfolgreich, ergo: alle Männer müssen sich nach dir reißen. Jedenfalls denkst du das in deiner zwar logisch nachvollziehbaren aber sehr naiven Theorie. Doch dann dann kommt die Realität leise um die Ecke, klopft an deine Tür und sagt: „sorry, but no sorry, Pustekuchen“ und zieht wieder von dannen.

In meiner letzten Beziehung hatte ich die höhere Bildung, das bessere Einkommen, Immobilien und mehrere Firmen, während er „nur“ ein Angestellter mit einer sehr kleinen Mietwohnung war.  Für mich war das ok., denn in meinen Augen geht es bei der Liebe nicht um das Materielle. Ich wollte ihn als Mensch und eine gemeinsame Zukunft völlig egal wer was einbringt. Doch für ihn oder sagen wir lieber für sein Ego war das leider nicht ok.

Anfangs fand er es noch cool eine erfolgreiche Frau an seiner Seite zu haben, doch das Blatt wendete sich sehr schnell. Er versuchte mich ständig klein zu machen, führte Diskussionen wegen belanglosen Themen, wurde gereizt und aggressiv und das aller schlimmste, er zeigte keinerlei Emotionen mehr. Und anstatt zu rennen, zu brüllen und das Weite zu suchen blieb ich und verwandelte mich in ein kleines Duckmäuser um Konfrontationen zu meiden.

Ich sehnte mich so sehr nach seiner Liebe, dass ich dabei vergaß mich selbst zu lieben. Gott sei Dank dauerte es nicht lang bis ich auf meiner geistigen Umnachtung erwachte und ihn verließ. Kurze Zeit später hatte er eine Neue, mit aufgespritzten Lippen, die ihn ihren König nannte. WOW!

Es brach mir das Herz, obwohl ich keinerlei Gefühle mehr für ihn hatte. Es brach mir das Herz weil es wieder einmal die Erkenntnis mit sich brachte, dass Männer es vorziehen eine stupide langweilige Frau zu wählen die ihrem Ego schmeichelt anstatt eine Partnerin auf Augenhöhe oder Gnade Gott eine Frau die ihnen vielleicht sogar überlegen ist.

Ist das der Preis des Erfolges den wir Frauen zahlen müssen?
Ich weiß es nicht. Doch was ich weiß ist, dass ich mich niemals mehr dafür rechtfertigen will, dass ich etwas großartiges geleistet und mir aus eigener Kraft und ohne jegliche Hilfe etwas aufgebaut habe. Ich will nie mehr die Liebe eines Mannes über meine Selbstliebe stellen, denn sie ist es nicht Wert. Lieber bleibe ich solange alleine bis ich einen Mann finde der groß genug ist meine Größe zu schätzen und dessen Ego ihm nicht im Weg steht.

Das dauerhafte Glück kann nur in uns selbst gefunden werden!
Erfolgreiche Frauen wissen sich im Job zu verkaufen und ich würde mich hier nie unter Preis verkaufen denn ich kenne meinen Wert. Warum also tue ich es privat und ich weiß, dass ich damit nicht alleine bin? Warum werfen wir da schnell mal unsere Prinzipien über Bord? Weil wir glauben ohne einen Mann nicht genug zu sein? Und was bringt uns ein Mann der uns nicht voller Stolz auf unserem hart erarbeitetem Siegertreppen applaudiert?

Nur so ein Mann hat uns verdient.

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