In sechs Kapiteln.
Wo ich herkomme
Ich wurde im Iran geboren, mitten im Krieg. Mit sieben Jahren kam ich nach Deutschland. Ich sprach die Sprache nicht, ich kannte niemanden, und ich spürte jeden Tag, dass ich anders bin. Dieses Gefühl, nicht dazuzugehören, ist nie ganz verschwunden. Es wurde mein Antrieb. Ich wollte allen zeigen, dass ich gut genug bin, mir selbst am meisten.
Der Anfang
Mit 27 stand ich mitten im Studium an der LMU München, Germanistik, Anglistik sowie Markt- und Werbepsychologie. Unternehmerin wollte ich nie werden. Ich landete nur immer wieder in Jobs mit Führungskräften, die mehr mit ihrem Ego beschäftigt waren als mit ihren Teams. Ich war unglücklich und wusste lange nicht, wohin damit.
Der Anstoß
Es war ein Kunde, der mich gedrängt hat. Er sah, was ich konnte, und er sah, wie unglücklich ich war. Also gründete ich 2007 meine eigene Agentur. Ohne Kredite, nur mit einem kleinen Ersparten, mit viel Mut und, ehrlich gesagt, großer Angst.
Das Wachstum
Aus der kleinen Agentur wurde eine weltweit tätige Firma mit Millionenumsatz und sechs Filialen, in München, Berlin, Abu Dhabi, Mallorca, Ibiza und Amsterdam. Über die Jahre habe ich sieben GmbHs aufgebaut. Von außen sah es nach allem aus, was ich mir je gewünscht hatte.
Der Wendepunkt
Von innen sah es anders aus. Der Antrieb, der mich so weit gebracht hatte, kostete mich meine Gesundheit und die Zeit, in der ich hätte leben sollen. Irgendwann habe ich verstanden, dass Erfolg, der aus Mangel entsteht, nie satt macht. Heute baue ich nicht mehr aus dem Gefühl, nicht genug zu sein, sondern aus dem, was schon da ist.
Heute
Heute gebe ich weiter, was ich gelernt habe. Ich unterrichte an der Uni Marketing, Eventmanagement und Controlling. Als IHK-geprüfte Ausbilderin habe ich über 15 Menschen in meinen Unternehmen ausgebildet. Ich schreibe Kolumnen für Focus.de und finanzielle, bin Autorin, Speakerin und Mentorin. 2011 habe ich sheciety gegründet, heute ein Netzwerk mit über 30.000 Frauen. Und wenn ich vor jungen Frauen mit Migrationsgeschichte stehe, sage ich ihnen einen Satz: Du kommst von irgendwo her, und du kannst trotzdem überallhin. Genau wie ich.




















